Henry Purcell
The Fairy Queen
Philharmonie Berlin
Premiere: 1. Januar 2016
Musikalische Leitung: Rinaldo Alessandrini
Regie und Konzept: Christoph von Bernuth
Sänger: Lawrence Zazzo, Roderick Williams, Ruby Hughes, Stuart Jackson
RIAS Kammerchor
Akademie für Alte Musik Berlin
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
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© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
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© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
© RIAS Kammerchor, Fotograf Kai Bienert
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Kulturradio rbb
Bewertung: großartig
(...) Inzwischen weiß man, dass man das Neujahrskonzert des RIAS Kammerchors blind buchen kann. Entsprechend war die Berliner Philharmonie bis unters Dach ausverkauft. Überraschend gab es diesmal allerdings nicht nur Vokales vom Feinsten, sondern auch eine richtige Opernaufführung.
Was im Programmheft als "Szenische Einrichtung" angekündigt wurde, entpuppte sich als eine vollgültige Inszenierung, die der Kulturmanager und Regisseur Christoph von Bernuth erdacht hat. (...) The Fairy Queen basiert auf Motiven von William Shakespeares Ein Sommernachtstraum, allerdings eher punktuell in einer sehr freien Bearbeitung. Christoph von Bernuth nimmt diese Motive dankbar an und bebildert sie. Der Chor wuselt als Elfen über die Bühne, auch mal unter einem riesigen Bettlaken mit Taschenlampen. Die Szene zwischen Titania und dem in einen Esel verwandelten Handwerker findet auf einer Picknickdecke statt. Phoebus, der den Winter vertreibt, ist hier ein Mafiaboss mit Sonnenbrille. Das ist ein buntes Treiben und sehr, sehr kurzweilig. (...)
Was diesen Abend aber zu etwas ganz Besonderen gemacht hat, war die Tatsache, dass alles grandios ineinander gegangen ist. Der Grundgedanke dieser Semi Opera von Henry Purcell, dass alle Künste vereint sind: Musik, Gesang, Spiel – sogar ein Tänzer als Puck hat mitgewirkt. Das fand auf ideale Weise zusammen. Man kann nur zum wiederholten Male konstatieren: Mit dem Neujahrskonzert des RIAS Kammerchors hätte das neue Jahr nicht besser beginnen können. (Andreas Göbel) [kulturradio rbb]


Frankfurter Allgemeine Zeitung
Jan Brachmann schrieb in der Ausgabe vom 4.1.2016 eine begeisterte Rezension zur Aufführung. Leider ist zitieren aus der FAZ nicht erlaubt.



Der Neue Merker

Joyful and very british


Solch ein vehementer und lang andauernder Jubel hat Seltenheitswert. Das Publikum in der schon länger ausverkauften Philharmonie war wirklich hin und weg vor Begeisterung, und das zu Recht. (...) Doch auch mit bescheideneren Mitteln und einem Augenzwinkern erzielt Regisseur Christoph von Bernuth die beabsichtigte Wirkung. Das eigentliche „Mobiliar ist ein großes weißes Tuch, unter dem nächtens die Schlafenden liegen und ansonsten die Liebespaare verschwinden. Das reicht aus, weil der vielfach preisgekrönte RIAS Kammerchor, einstudiert von Martina Batič, nicht nur großartig und mit sicherem Stilgefühl die Tages- und Nachtereignisse singend kommentiert.
Die Damen und Herren überzeugen darüber hinaus durch Spielfreude beim inhaltlich kunterbunten Geschehen. Ein im Programmheft namentlich nicht genannter junger Tänzer ersetzt geschmeidig das einst übliche Ballett. (...) Insgesamt ein begeistert aufgenommener Riesenspaß, very British mit Anspruch und genau der richtige Auftakt fürs Jahr 2016. (Ursula Wiegand) [Der Neue Merker]


hundert11.wordpress
(...) Es gibt zwar keine aufwändige barocke Bühnenmaschinerie in der Philharmonie, aber Regisseur Christoph von Bernuth hat das Stück dezent szenisch eingerichtet: Chor und Sänger kommen von den Rängen herab und verschwinden wieder, legen sich unter einer großen Decke schlafen, lassen mit Taschenlampen nächtliches Gelichter aufscheinen, der Sonnengott Phoebus bringt einen Koffer voll Sonnenbrillen mit, der Zwerg Puck tanzt durch die Reihen. Natürlich ist der Originaltext begrüßenswert gekürzt. Wobei eigentlich alles sehr wirklichkeitsnah ist: etwa wenn ein Poet sich und der Dämonenwelt eingesteht, nicht nur besoffen, sondern auch ein lausiger Dichter zu sein; oder wenn eine Feenkönigin sich in einen Esel verliebt, aber nur für eine Nacht. (...)
Am Schluss gibt es Bravi für die Continuo-Gruppe, wann hat man das je erlebt? Musikalisch beglückender hätte das Jahr 2016 nicht beginnen können. A thousand, thousand ways we’ll find / To entertain the hours… (Albrecht Selge) [hundert11]