Giovanni Andrea Bontempi
Il Paride
Koproduktion
Musikfestspiele Potsdam Sanssouci/ Innsbrucker Festwochen der Alten Musik Premiere: 19. Juni. 2011/
24. August 2012

Trailer: Il Paride
Musikalische Leitung: Christina Pluhar
Regie: Christoph von Bernuth
Bühne und Kostüme: Oliver Helf
Dramaturgie: Micaela von Marcard
Sänger:
D. Hansen, D. Visse, L. Mancini, F. Bettini,
H. Morrison, R. Andueza, E.G. Toro, K. Hansmeier u.a.
L'Arpeggiata
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Bettina Stöß
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Bettina Stöß
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© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Bettina Stöß
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
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© Bettina Stöß
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© Bettina Stöß
© Bettina Stöß
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© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Bettina Stöß
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
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© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Bettina Stöß
© Bettina Stöß
© Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen
© Bettina Stöß
Die Opernwelt
Ein Paukenschlag. (…) Sondern weil diese jüngste Barockausgrabung der Potsdamer Musikfestspiele in einer so pulsierenden, perfekt besetzten und intelligent inszenierten Produktion über die Rokokobühne des Neuen Palais ging, dass man die tour d’amour am liebsten gleich noch mal durchmessen hätte. (...) Enone ist fraglos die interessanteste, musikalisch tiefgründigste Gestalt des Stücks, die einzige vielleicht, die keinen Typus mit Eigenschaften aus dem Affekte-Katalog abgibt, sondern einen individuellen, empfindsamen Charakter im modernen Sinne erahnen läßt. In Christoph von Bernuths sensibler Regie ist diese Sonderrolle stets präsent, freilich bleibt sie eingebettet in den augenzwinkernd entfesselten Zauber des barocken Maschinentheaters. (A. Thiemann, Ausgabe August 2011)

Opéra Magazine
(...) Pour ce spectacle donné d'abord, en juin 2011, dans le petit théâtre du Neues Palais de Potsdam, coproducteur, Christoph von Bernuth et son décorateur Oliver Helf ont déployé toutes leurs ressources inventives. Une boîte scénique unique, aux belles couleurs bleu sombre, et avec de multiples ouvertures à surprise, quelques objets poétiques et pertinents, ou encore l'invention d'un double muet d'Amore qui s'insère dans l'action ou la commente, dans une aérienne chorégraphie (très remarquable Katrin Hansmeier), composent un ensemble d'une fraîcheur, d'une délicatesse et d'une justesse de ton qui réconfortent, au lendemain du laid et vulgaire Giulio Cesare de Salzbourg ! [Opéra Magazine]

orf.at
„Il Paride“, das in Musik gesetzte Spiel von der Liebe, begeisterte restlos, es gab im Landestheater minutenlange Ovationen für sämtliche Protagonisten. (...)
Auch Regisseur Christoph von Bernuth trug mit seiner Inszenierungskunst wesentlich zum gelungenen Opernabend bei. „Die Liebe in all ihren Spielarten“ sei das eigentliche Thema des Stücks über den trojanischen Prinzen Paris und seiner Liebe zu Helena, der Königin von Sparta, hatte der Regisseur im Vorfeld der Premiere gemeint. (...) Christoph von Bernuth stellte das seit Anbeginn der Menschheit beherrschende Lebensthema in allen seinen Abgründen, Irrungen und Wirrungen, seiner Schönheit sowie seiner Tragik und Abstrusität auf der Bühne dar - und gewann auf voller Linie mit einer Mischung aus gehobenem, barockem Komödienstadel, getragenem antiken Aufführungsgestus und bravouröser Slapstick-Kunst. (...) Die dem Stück eigentlich innewohnende opulente Bühnenkonzeption wurde reduziert und Verwandlungen wohltuend minimalistisch ausgelegt. So wachsen Bäume aus dem Bühnenboden, Betten klappen aus der Wand oder goldene Äpfel fliegen durch den Raum. Alles in allem ein Opernabend der Sonderklasse - dargetan von Meistern ihres Fachs. [Tirol ORF]

Die Welt
Christoph von Bernuth inszeniert auf den Pointenpunkt genau mit den sparsamen, aber geistig reichen Mitteln des barocken Theaters eine vergnügliche Mischung aus Götterzwist und Education sentimentale, Offenbachiade und tragischem Innehalten. (M. Brug) [Die Welt]

Salzburger Nachrichten
Vielleicht müssen ja Festspiele doch klein, übersichtlich und zur Konzentration auf Essenzielles fähig sein, um zu bieten, was im „Massenbetrieb“ Salzburger Festspiele derweilen leider zu oft unterzugehen droht: das Feinste und Beste. (...)
Es ist ein schillerndes Kaleidoskop voll absurder und volkstümlicher Situationskomik, derben und göttlichen Spaßes und empfindsamer Zuneigung. Christoph von Bernuth inszeniert das über drei kurzweilige Stunden mit feinstem Geschmack als augenzwinkernden Zitatenschatz barocker Szeneneffekte mit einfachsten Mitteln. (K. Harb)

Sächsische Zeitung
Paris“ gehört nach Dresden
Neben der sängerischen Klasse, mit der das schwierige historische Material bewältigt wurde, und der exzellenten Begleitung überzeugten die szenische Dichte, die souveräne Balance zwischen Wucht und Heiterkeit, Derbheit und Poesie, das Gespür der Regie, die frühbarocken Zeitgeist buchstäblich tanzen ließ, für starke Affekte und zarte Zwischentöne. Hoffentlich ist dieses Prachtstück auch einmal in Dresden zu erleben, wo es vor knapp 350 Jahren entstand. (J.U. Sommerschuh) [Sächsische Zeitung]

Tiroler Tageszeitung
Was nun am Freitag das Festwochenfinale einläutete, war ein saftiges Sommerspektakel. Bernuths Inszenierung hat Witz und Ernst, Tempo und Frechheit - eine gelungene Gratwanderung zwischen barocker und heutiger Theatralik. Zitate und Versatzstücke barocker Gesten, Kostüme, Perücken, Tanzsprache und Maschinerie treffen auf heutige Bilder, die Figuren zeigen, wo sie fremden Konventionen nachhorchen und wo sie Leben spüren. Antike Götter, das trojanische Herrscherhaus, Schäfer und Nymphe, Höflinge, eine Zofe, Jäger, Koch, Gärtner, Schmied und Mönch tummeln sich da, streitend, grapschend, saufend, stotternd. Was allen bis heute gemeinsam ist: die Liebe. Bernuth zeigt ihre Spielarten und ihre Grausamkeit. (U. Strohal) [Tiroler Tageszeitung]

rbb – Kulturradio
Schon mehrfach war es so, dass eine einzige Produktion der Schlossfestspiele die Saison von zwei Berliner Opernhäusern aufwog – zumindest was den musikalischen Novitätswert betrifft. Dies ist lässig die Ausgrabung des Jahres, wichtig nicht zuletzt wegen der vielen Freiheiten, die man sich genommen hat. Das Barockzeitalter schließlich hat nicht historisiert (wie wir immer glauben). Sondern adaptiert. Und zwar nach Lust und Laune. Dieser Funke springt hier über.

MDR- Figaro (23.8.12)
Christoph von Bernuth inszeniert das Stück als vergnügliche Mischung aus Commedia dell’arte, Barockoper und Slapstick, gepaart mit mystischer und tragischer Handlung. … Wie gemacht für das neue alte Publikum der Innsbrucker Festwochen, die unverkennbar im Aufwind sind. (D.D. Scholz)

Berliner Zeitung
Christoph von Bernuth (Regie) und Oliver Helf (Ausstattung) vollbringen einen fulminanten Balanceakt zwischen sehr alter und sehr neuer Opernregie.
Es ist unbedingt sehenswert, wie eine heutige Barockaufführung der komplexen Materie gerecht wird. (M. Nöther) [Berliner Zeitung]

Kleine Zeitung
Das köstliche Intrigenspiel der Götter, das auf Erden Wirkung zeitigt, setzte Christoph von Bernuth mit Witz in Szene, taktvoll trotz mancher Deftigkeit. Mit Charakterdarstellern wie dem Counter Dominique Visse oder dem Tenor Emiliano Gonzalez-Toro gestaltet der Deutsche ein Kaleidoskop menschlicher Gefühlslagen, das Schmunzeln, ja Gelächter provoziert. … Die wunderbare Entdeckung seiner Oper "Il Paride" bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik entreißt den Schüler Monteverdis der Vergessenheit. (T. Götz) [Kleine Zeitung]

Märkische Allgemeine
… die neun Sänger, die in 23 Partien aufzutreten und entsprechend häufig Kniehosen, Leggins, Reifröcke, Stiefel, Sneakers, Turmfrisuren zu wechseln haben, sind allesamt ideal besetzt und bestens aufgelegt. Vokal und darstellerisch! Was wiederum damit zu tun haben muss, dass Regisseur Christoph von Bernuth kein Liebesspielverderber ist. Nur wer mit den Typen der Commedia dell’arte und dem gestischen Vokabular barocker Aufführungspraxis aufs Innigste vertraut ist, vermag es so lustvoll satirisch in die Gegenwart zu verlängern. Wobei sich Ausstatter Oliver Helf als kongenialer Komplize erweist… Kurz, es werden Illusionen erzeugt, die immer als Illusionen erkennbar sind. Famos! (F. Kallensee) [Märkische Allgemeine]

pnn
Beifallsstürme für die Opernpremiere „Il Paride“ von Giovanni Andrea Bontempi im Schlosstheater- Ihre rollengestraffte und des höfischen Pomps entkleidete Fassung für die Gegenwart, von den Musikfestspielen mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik koproduziert, feierte am Sonntagabend im friderizianischen Musentempel einen triumphalen Premierenerfolg. (...) Beste Voraussetzungen für die einfallsreich-witzige, Maschinen und Prospekte nicht schonende, tempogeladene, sich in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln vorzeigende Inszenierung von Christoph von Bernuth, die sich mit der Musik aufs Vorzüglichste verzahnt. Da hat Rampensingen genauso wenig Platz wie jeglicher unüberlegter Gang, jede falsche Geste. Stattdessen bevölkern Figuren aus Fleisch und Blut die Szene, charaktervoll erschaffen aus der Musik. (P. Buske) [pnn]

Kronenzeitung
Witzig-spritziges Barockspektakel
Regisseur Christoph von Bernuth gelang mit "Il Paride" ein unterhaltsames, spritziges Stück barockes Musiktheater. Farbenfrohe Kostüme kontrastierten wirkungsvoll zum Bühnenbild, das in den Farben des Nachthimmels schimmerte; Schöne, einprägsame Bilder wurden geboten, die Regiegags wirkten nie aufgesetzt. So geriet dieser Abend zu einem unterhaltsamen und kurzweiligen, musikalisch über weite Strecken voll und ganz überzeugenden Publikumserfolg.

Der neue Merker
In der sehr stimmungsvollen Inszenierung von Christoph von Bernuth wechselt das höfische Leben mit turbulenten Stegreifszenen ab, die zum Teil im Stil der Commedia dell’ arte gehalten sind. Durch seine gute Personenführung und die subtile augenzwinkernde Komik hatte die Aufführung eine hohe Qualität. Bestechend seine Idee, nach der letzten Szene die Bühnenverkleidung etwa einen Meter anheben zu lassen und alle Darsteller der Vorstellung auf der Bühne zu versammeln.
Nach drei Stunden Spielzeit bejubelte das begeisterte Publikum minutenlang alle Mitwirkenden. Viele Bravos gab es für David Hansen, „Brava“-Rufe für Luciana Mancini und Mariana Flores sowie „Bravi“-Rufe für Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata, aber auch für das Regieteam! (U. Pacolt) [Der Neue Merker]


Weitere Rezensionen:

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